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Feedback geben und nehmen – ohne Verletzungen und mit Wirkung


Die Kunst der wertschätzenden und konstruktiven Kritik

Feedback begegnet Dir überall. Im beruflichen Alltag, im Team, im Unterricht, in kreativen Prozessen oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Und trotzdem fühlt es sich oft unangenehm an – egal, ob Du Feedback geben oder bekommen sollst. Dabei ist Feedback eigentlich nichts anderes als ein Angebot zur Weiterentwicklung. Zumindest dann, wenn es gut gemacht ist.

Warum Feedback oft weh tut

Viele Menschen verbinden Feedback mit Kritik, Bewertung oder sogar Ablehnung. Vielleicht, weil sie erlebt haben, dass Feedback zu hart formuliert war, im falschen Moment kam oder sehr allgemein blieb. Aussagen wie „Das war nicht gut“ oder „Du musst dich mehr anstrengen“ treffen schnell persönlich, auch wenn sie gar nicht so gemeint sind. Das Problem ist meist nicht das Feedback selbst, sondern die Art, wie es vermittelt wird.

Sobald Feedback pauschal oder wertend wird, geht das Gegenüber innerlich in den Rückzug oder in die Verteidigung. Lernen und Entwicklung werden dann fast unmöglich.

Was gutes Feedback wirklich ausmacht

Konstruktives Feedback bleibt nah an dem, was konkret beobachtbar ist. Es beschreibt Situationen, Verhalten oder Abläufe, ohne die Person dahinter infrage zu stellen. Wenn Du sagst, was Du wahrgenommen hast und welche Wirkung das hatte, schaffst Du Klarheit – und keine Verletzung. Wichtig ist dabei auch, eine Perspektive aufzuzeigen. Feedback ohne Ausblick fühlt sich schnell wie eine Sackgasse an.

Wertschätzung bedeutet hier nicht, Kritik abzuschwächen oder unangenehme Dinge zu vermeiden. Sie bedeutet, dem anderen mit Respekt zu begegnen und davon auszugehen, dass Veränderung möglich und erwünscht ist.

Der richtige Moment entscheidet

Auch gut formuliertes Feedback kann seine Wirkung verlieren, wenn der Zeitpunkt nicht passt. Direkt im Affekt oder vor anderen Menschen ausgesprochen, wird Feedback schnell als Bloßstellung empfunden. In einem ruhigen, geschützten Rahmen dagegen entsteht Raum für echtes Zuhören. Feedback ist kein Schnellschuss – es ist ein Gespräch.

Feedback annehmen – gar nicht so leicht

Feedback zu bekommen ist oft mindestens genauso herausfordernd wie es zu geben. Vielleicht kennst Du den Impuls, Dich sofort zu erklären oder innerlich abzublocken. Das ist menschlich. Hilfreich ist es, erst einmal zuzuhören und das Gesagte wirken zu lassen. Nicht jedes Feedback ist fair oder richtig – aber fast jedes enthält einen Gedanken, der Dich weiterbringen kann.

Wenn Du Feedback nicht sofort bewertest, sondern als Einladung verstehst, schaffst Du Dir selbst die Möglichkeit zu wachsen.

Feedback ist Beziehungssache

Gutes Feedback lebt von Vertrauen. Es ist kein Machtinstrument und kein Ventil für Frust, sondern ein Zeichen von Interesse am Gegenüber. Besonders in Teams, mit Kindern, Jugendlichen oder in kreativen Prozessen kann wertschätzendes Feedback Sicherheit, Motivation und Entwicklung fördern.

Feedback zeigt Dir nicht, was falsch ist. Es zeigt Dir, was möglich werden kann. Vielleicht gibst Du mir auch Feedback zu meinen Posts. Ich freue mich darüber von Dir zu hören.

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